CHARLOTTE KUNSTMANN

Schriftstellerin 





Meine Buchempfehlungen



„Ich bin Mutter. In meinen Träumen bin ich es nicht, da bin ich weiterhin allein und cool in der Welt unterwegs und rauche Kette. Wenn ich aufwache, bin ich Mutter und Nichtraucherin, und so müde, so furchtbar müde. Mein Kind schläft besser als andere, wacht aber früh auf, und das habe ich schon immer gehasst. Ich mag es nicht, wenn alle anderen noch schlafen, da fühle ich mich allein und verloren. Nur wir zwei sind am frühen Morgen auf der Welt, mein Kind und ich. (…)“

Aus:  „Leben. Schreiben. Atmen“ von Doris Dörrie

Hast du schon mal über deine Haare geschrieben? Über Milch? Über deine Mutter? „Leben Schreiben Atmen“ war meine kleine Schreibbibel. Wer gerne schreiben möchte, sollte dieses wunderbare Buch unbedingt zunächst lesen.



„Der Fremde wiegt den Kopf hin und her. „Sie sind hier, weil Sie keine Entscheidung treffen. Und das ist schlecht. Denn wenn Sie es nicht tun, dann tut’s das Leben für Sie. Und das Leben trifft oft die schlechteren Entscheidungen, weil es Schwäche und Zögern bestraft. Die Welt ist für die Mutigen gemacht, der Rest schwimmt nur mit, die meisten gehen dabei unter. Die Frage ist also: Sind Sie wenigstens ein guter Schwimmer? Denn das müssen Sie sein, wenn Sie keine Entscheidung treffen wollen.“

Aus: „Becks letzter Sommer“ von Benedict Wells.

He made me write! True story.  Dieser unfassbar gute Autor gab mir ein wenig Mut, als ich ihn brauchte. Sehr empfehlenswert ist auch „Die Wahrheiten über das Lügen“ oder natürlich sein Bestseller „Vom Ende der Einsamkeit“. 



„Diese Teenager grenzten sich durch ihre interessanten Frisuren ab. Ein schwarzgekleidetes Mädchen hatte einen Mod-Haarschnitt, ergänzt durch eine Sonnenbrille. Ein Junge, der so punkig wie ein Sex Pistol aussah, hatte Haare so flauschig wie eine Pusteblume. Manche Köpfe waren rasiert. Manche stachelig. Einer hatte die Haare blau gefärbt, einer grün. Kotletten machten komische Sachen. Die Frisuren hatten ihren eigenen Auftritt.“

Aus: „Irgendwann wird es gut“ von Joey Goebel

Wer B. Wells mag, der wird auch J. Goebel lieben. Ehrlich, humoristisch und immer sehr nah an den Figuren. Er tut manchmal ein bisschen weh und das ist gut so.



„In Kalifornien steht ein Baum, eine Westliche Grannen-Kiefer, deren Alter man nach sorgfältiger Auszählung der Jahresringe auf 5065 Jahre bestimmt hat. Sogar für mich ist diese Kiefer alt. In den letzten Jahren habe ich immer, wenn ich an meiner Veranlagung verzweifelte und mich ein bisschen sterblicher und gewöhnlicher fühlen wollte, an diesen kalifornischen Baum gedacht. Er steht schon seit den Pharaonen. Er wächst seit der Gründung Trojas. Seit Beginn der Bronzezeit. Seit der Erfindung von Yoga. (…) Weltkriege tobten, Facebook [wurde] erfunden, während Millionen von Menschen und anderen Tieren lebten und kämpften und sich vermehren und verwundert in ihr frühes Grab sanken. Die ganze Zeit war der Baum immer der Baum. Das war die alte Lektion der Zeit. Alles verändert sich und nichts verändert sich.“

Aus: „Wie man die Zeit anhält“ von Matt Haig

Wie wäre das wohl, wenn man einfach immer weiter leben würde? Wäre es ein Segen oder eher ein Fluch? Was tut man mit all dem Wissen, das man über Jahrhunderte erlangt hat? Sehr rührendes Buch. Ich warte schon auf die Verfilmung… 



Hier noch ein paar weitere wunderbare Bücher, die einen Platz in meinem Bücherregal gefunden haben:

-         „Die Hälfte der Sonne“  und „Americanah“ von Chimamanda Ngozi Adichie

-         „Drei“ von Dror Mishani

-         „Die Liebe um Ernstfall“ und „Muldental“ von Daniela Krien

-         „Leinsee“ von Anne Reinicke

-         „Die dunkle Seite des Mondes“  und „Elefant“ von Martin Suter

-         „Der Lügner von Umbrien“ von Bjarne Reuter

-         „Das Geheimnis des Hieronymus Bosch“ von Peter Dempf

-         „Ruhm“ oder „Tyll“ von Daniel Kehlmann

-         „Nichts als Gespenster“ von Judith Hermann

-         „Antoine oder die Idiotie“ von Martin Page

-         „Harold. Einzlkind“ Anonymer Autor